Was gehört auf eine Dienstleistungswebsite? Die Basis — und was je nach Branche dazukommt

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Was gehört auf eine Dienstleistungswebsite? Die Basis — und was je nach Branche dazukommt

Welche Seiten braucht eine professionelle Website für Dienstleister:innen wirklich? Die Basis, die fast immer gleich ist — und die Elemente, die je nach Branche entscheiden.

Positionierung & Inhalte 7 Minuten Lesezeit
Von Julia Wirnsberger

Auf einen Blick

Die Basis ist fast immer gleich: Startseite, je Leistung eine eigene Seite, eine Über-mich-Seite, ein klarer Kontaktweg und die Rechtstexte im Footer. Alles darüber hinaus hängt von der Branche ab — eine Psychotherapie-Praxis braucht andere Elemente als ein Installateur. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht „welche Seiten?", sondern „wer ist meine Zielgruppe und was braucht sie, um anzufragen?"

„Welche Seiten brauche ich eigentlich?” ist meistens die erste Frage vor einem Website-Projekt. Die ehrliche Antwort: Ein Teil davon ist bei fast allen gleich — und der interessantere Teil hängt davon ab, was du anbietest und für wen.

Dieser Beitrag zeigt beides: die Basis, die du in fast jedem Projekt brauchst, und die Elemente, die je nach Branche über Anfragen entscheiden.

Die Basis: Was fast jede Dienstleistungswebsite braucht

Startseite

Sie hat eine einzige Aufgabe: in wenigen Sekunden klarmachen, was du anbietest, für wen — und was als Nächstes zu tun ist. Mehr dazu: „Bin ich hier richtig?” — was deine Website in den ersten Sekunden beantworten muss

Je Leistung eine eigene Seite

Das ist der Punkt, der am häufigsten falsch gemacht wird. Wenn du drei klar unterscheidbare Leistungen anbietest, brauchen sie drei eigene Seiten — nicht eine Sammelseite, auf der alles steht.

Wichtig

Eine Seite pro Leistung ist nicht nur verständlicher — sie ist auch der entscheidende Hebel für die Auffindbarkeit. Jede Seite kann auf ihr eigenes Thema einzahlen. Eine Seite, auf der alles gleichzeitig steht, rankt für nichts richtig.

Über mich oder Über uns

Bei Soloselbstständigen oft die meistbesuchte Seite überhaupt. Nicht der Lebenslauf zählt, sondern: warum du das tust, was dich unterscheidet — und ein echtes Foto.

Ein klarer Kontaktweg

Beachte: nicht zwingend eine Kontaktseite. Was du wirklich brauchst, ist ein Weg, der ohne Suchen funktioniert. Das kann eine eigene Seite sein — oder ein Terminbuchungskalender, oder ein gut sichtbarer Kontaktbereich im Footer. Was passt, hängt davon ab, wie deine Zielgruppe Kontakt aufnehmen will.

Rechtstexte im Footer

Impressum und Datenschutzerklärung sind in Österreich Pflicht — sie gehören in den Footer, nicht ins Hauptmenü. Was genau hineingehört, liest du hier: Impressum, Datenschutz und AGB: Was deine Website in Österreich rechtlich braucht

Bilder und ein klarer nächster Schritt

Echte Bilder statt austauschbarer Stockfotos — und auf jeder Seite ein eindeutiger Call-to-Action. Eine Seite ohne nächsten Schritt ist eine Sackgasse.

Der Punkt, an dem Checklisten aufhören

Hier wird es interessant. Denn wer nur die Liste oben abarbeitet, bekommt eine Website, die vollständig ist — aber nicht unbedingt eine, die funktioniert.

Das wird oft unterschätzt

Die richtige Frage ist nicht „Welche Seiten brauche ich?", sondern: Wer ist meine Zielgruppe — und was braucht sie, um anzufragen? Genau daran entscheidet sich, welche Elemente über die Basis hinaus sinnvoll sind. Und diese Antwort ist in jeder Branche anders.

Was „es kommt darauf an” konkret heißt

Vier Beispiele, wie unterschiedlich dieselbe Grundstruktur ausgefüllt wird:

Psychotherapie und Beratung

Hier zählt Ruhe. Klient:innen kommen in einer belastenden Situation — die Website muss die Schwelle zum ersten Kontakt senken, nicht Conversion-Druck aufbauen. Sachliche Information zu Methode, Ausbildung und Ablauf statt Marketing-Sprache. Und Vorsicht bei Kundenstimmen: Sie sind berufsrechtlich heikel. Mehr dazu: Websites für Psychotherapie & psychosoziale Beratung

Handwerk und Installation

Das genaue Gegenteil. Wer einen Rohrbruch hat, will eine Telefonnummer und das Einsatzgebiet — sofort, ohne Scrollen. Dazu Referenzen zum Anschauen (Vorher/Nachher wirkt hier besser als jeder Text) und Antworten auf Kostenfragen. Mehr dazu: Websites für Installateurbetriebe

Coaching und Training

Die größte Falle ist Unklarheit. Angebot und Preise gehören sichtbar auf die Seite, die Zielgruppe muss spezifisch benannt sein, und Coaching-Jargon („ressourcenorientiert”, „transformativ”) schreckt eher ab, als dass er überzeugt. Mehr dazu: Websites für Coaching & Training

Steuerberatung

Hier geht es um Verlässlichkeit: Wer ist zuständig, welche Fristen stehen an, welche Unterlagen braucht es? Rechner und Checklisten stiften echten Nutzen und beweisen Kompetenz, bevor jemand anruft. Mehr dazu: Websites für Steuerberatung

Einen Überblick über alle Branchen findest du auf der Seite Branchen.

Was du dir sparen kannst

Weglassen ist Teil der Arbeit. Diese Seiten stehen auf vielen Websites, ohne etwas zu leisten:

Seite Empfehlung
Blog Erst, wenn du regelmäßig schreiben wirst. Ein leerer Blog schadet.
Portfolio Nur mit zeigbaren Projekten — dünn wirkt schlechter als gar nicht.
News / Aktuelles Fast nie nötig bei Soloselbstständigen.
Team-Seite Nur, wenn es ein Team gibt.
Galerie Nur, wenn Bildmaterial wirklich Teil des Angebots ist.

Fazit

Die Basis ist schnell erklärt: Startseite, je Leistung eine Seite, Über mich, ein klarer Kontaktweg, Rechtstexte im Footer. Was darüber hinausgeht, lässt sich nicht aus einer Liste ablesen — es ergibt sich aus deiner Zielgruppe. Deshalb sieht eine gute Therapie-Website anders aus als eine gute Installateur-Website, obwohl beide dieselbe Grundstruktur haben.

Und was davon brauchst du jetzt wirklich?

Diese Liste ist der Baukasten, nicht die Bestellung. Welche Seiten dein Projekt tatsächlich braucht, hängt an deinem Angebot und deiner Zielgruppe — und da ist weniger oft mehr. Erzähl mir im kostenlosen Erstgespräch, was du machst; dann kann ich dir sagen, was in deinem Fall sinnvoll ist und was du dir sparen kannst.

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Zusammenfassung

  • Die Basis: Startseite, eine eigene Seite je Leistung, Über mich, ein klarer Kontaktweg, Rechtstexte im Footer.
  • Alles Weitere hängt an der Zielgruppe — nicht an einer allgemeinen Checkliste.
  • Eine Therapiepraxis braucht andere Elemente als ein Handwerksbetrieb oder eine Steuerkanzlei.
  • Weglassen ist Teil der Arbeit: Blog, Portfolio oder News nur, wenn sie wirklich etwas leisten.

Autorin

Julia Wirnsberger

Julia entwickelt unter der Marke gocreate professionelle Websites für Dienstleister:innen, Selbstständige und Unternehmen — mit Fokus auf Strategie, klare Struktur, verständliche Texte und moderne Umsetzung. Wichtig ist ihr dabei die individuelle Beratung und Betreuung: Jede:r soll die Lösung bekommen, die wirklich zum eigenen Angebot passt — gerade im Dienstleistungsbereich macht das den Unterschied. Mehr über gocreate erfahren

Julia Wirnsberger von gocreate

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema.

Welche Seiten braucht eine Dienstleistungswebsite mindestens?
Startseite, mindestens eine Leistungsseite, eine Über-mich-Seite und einen klaren Kontaktweg — dazu die Rechtstexte (Impressum, Datenschutzerklärung) im Footer. Alles Weitere entscheidet sich an der Zielgruppe.
Braucht jede Leistung eine eigene Seite?
Wenn du mehrere klar unterscheidbare Leistungen anbietest: ja. Eine Seite pro Leistung ist verständlicher für Besucher:innen und deutlich besser auffindbar, weil jede Seite auf ihr eigenes Thema einzahlen kann. Eine Sammelseite, auf der alles steht, rankt für nichts richtig.
Brauche ich eine eigene Kontaktseite?
Nicht zwingend. Entscheidend ist ein klarer Kontaktweg — das kann auch ein Terminbuchungskalender oder ein gut sichtbarer Kontaktbereich im Footer sein. Wichtig ist nur, dass niemand suchen muss.
Brauche ich ein Portfolio oder Referenzen?
Nur wenn du zeigbare Projekte hast. Ein leeres oder dünnes Portfolio schadet mehr, als es nützt. In manchen Branchen — etwa Psychotherapie — sind Kundenstimmen zudem berufsrechtlich heikel.
Warum ist die Antwort nicht für alle Branchen gleich?
Weil die Zielgruppen unterschiedlich suchen und entscheiden. Wer einen Notdienst braucht, will eine Telefonnummer. Wer einen Therapieplatz sucht, braucht Ruhe und Orientierung. Wer eine Steuerkanzlei sucht, will Zuständigkeit und Fristen geklärt wissen.

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