Welche Stellschrauben beeinflussen dein Google-Ranking – und wie stark?

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Welche Stellschrauben beeinflussen dein Google-Ranking – und wie stark?

Listen mit Prozentzahlen zu Rankingfaktoren gibt es viele. Belegt ist keine davon. Was Google tatsächlich bestätigt hat – und was das für deine Website heißt.

SEO & GEO 8 Minuten Lesezeit
Von Julia Wirnsberger

Auf einen Blick

Eine belastbare Gewichtung der Google-Rankingfaktoren in Prozent gibt es nicht – Google veröffentlicht keine, und niemand außerhalb von Google kennt sie. Bestätigt hat Google unter anderem HTTPS, Mobilfreundlichkeit, die Core Web Vitals und hilfreiche Inhalte. Sinnvoll ist deshalb eine Einteilung in drei Stufen: Das Fundament (crawlbar, indexierbar, mobil, sicher) ist Voraussetzung, kein Vorteil. Relevanz, Suchintention und hilfreiche Inhalte tragen die Hauptlast. Page Experience und Core Web Vitals wirken als Feinschliff, wenn mehrere Seiten eine Frage gleich gut beantworten.

Wer wissen will, wie Google rankt, findet innerhalb von Minuten Listen mit Prozentzahlen. Content 25 Prozent, Backlinks 20 Prozent, Ladezeit 15 Prozent. Das sieht nach Wissen aus. Es ist aber keines.

Dieser Beitrag erklärt, warum diese Zahlen nicht existieren können, was Google tatsächlich bestätigt hat – und welche Einteilung dir statt der Prozente wirklich weiterhilft.

Warum niemand die Gewichtung kennt

Google veröffentlicht sie nicht. Das ist keine Geheimniskrämerei ohne Grund: Wären die Gewichte bekannt, würde sofort exakt darauf hin optimiert – und die Suchergebnisse würden schlechter, nicht besser.

Es gibt nicht die eine Gewichtung. Google zieht Hunderte Signale heran, und deren Bedeutung hängt von der Suchanfrage ab. Bei „Notdienst Installateur Villach” zählt Nähe stark. Bei „Was kostet eine Website” zählt sie fast nicht. Eine feste Prozentzahl müsste beides gleichzeitig abbilden – das geht nicht.

Die Systeme ändern sich laufend. Google nimmt jedes Jahr Tausende Änderungen an der Suche vor. Eine Gewichtung, die 2023 gestimmt hätte, wäre heute Makulatur.

Häufiges Problem

Prozentlisten wirken deshalb so überzeugend, weil sie eine Sicherheit versprechen, die niemand liefern kann. Sie sind Schätzungen – meist aus Korrelationsstudien, die zeigen, was gut rankende Seiten gemeinsam haben. Das ist etwas völlig anderes als die Frage, was das Ranking verursacht hat.

Und der berühmte Leak?

Im Mai 2024 wurden interne Google-Unterlagen öffentlich, in denen Tausende Attribute aus Googles Systemen benannt sind. Seither wird darauf verwiesen, als wäre die Frage damit geklärt. Ist sie nicht – aus drei Gründen:

  • Die Unterlagen waren schon bei Veröffentlichung veraltet. Das jüngste Datum darin ist August 2023. Zum Zeitpunkt des Leaks war der Stand also fast ein Jahr alt, heute rund drei Jahre.
  • Google hat ausdrücklich davor gewarnt, aus dem Material veraltete oder unvollständige Schlüsse zu ziehen.
  • Namen sind keine Gewichte. Die Unterlagen benennen Attribute. Sie sagen nicht, wie stark ein Attribut wirkt, ob es überhaupt im Ranking verwendet wird oder ob es inzwischen abgeschaltet wurde.

Wichtig

Dazu kommt ein Muster, das man aus der Vergangenheit kennt: Sobald bekannt wird, wie ein Mechanismus funktioniert, wird er ausgenutzt – und Google reagiert darauf. Genau das ist mit dem „PageRank Sculpting" passiert, das nach seiner Popularität gezielt entwertet wurde. Es wäre überraschend, wenn ein derart öffentlich diskutierter Leak folgenlos geblieben wäre.

Interessant ist der Leak für das Verständnis der Architektur – etwa dafür, dass Google mit Signalen auf Seiten-, Domain- und Autorenebene arbeitet. Als Handlungsanleitung für deine Website taugt er nicht.

Was Google tatsächlich bestätigt hat

Es gibt eine kurze Liste von Dingen, die Google in seiner eigenen Dokumentation als relevant benennt:

  • HTTPS – die verschlüsselte Verbindung (erkennbar am Schloss in der Adresszeile)
  • Mobilfreundlichkeit – die Seite muss am Handy funktionieren
  • Core Web Vitals als Teil der sogenannten Page Experience — drei Messwerte für Ladezeit, Reaktion und Layoutstabilität (im Detail erklärt ↗)
  • Hilfreiche Inhalte, die für Menschen geschrieben sind und nicht für Suchmaschinen

Entscheidend ist, wie Google die Page Experience einordnet: als eines von vielen Systemen, das mitentscheidet, wenn mehrere Seiten eine Frage ähnlich gut beantworten. Nicht als Hauptkriterium. Anders gesagt: Technik gewinnt keinen Wettbewerb, den der Inhalt nicht schon fast gewonnen hat.

Die ehrliche Einteilung: drei Stufen statt Prozente

Weil sich Gewichte nicht seriös beziffern lassen, hilft eine andere Sortierung — nach der Rolle, die etwas spielt.

Stufe 1: Das Fundament – ohne das geht gar nichts

Hierher gehören: Deine Seiten müssen für Google auffindbar sein (Crawling – die Suchmaschine ruft deine Seiten ab) und in den Index aufgenommen werden (Indexierung – die Seite wird in Googles Verzeichnis gespeichert). Dazu HTTPS, Mobilfreundlichkeit, saubere Seitentitel.

Das Fundament bringt dir keinen Vorsprung – es ist die Eintrittskarte. Niemand rankt besser, weil er HTTPS hat. Aber ohne funktioniert der Rest nicht. Wer hier ein Problem hat, hat es meist ohne es zu wissen: eine Seite, die versehentlich auf „nicht indexieren” steht, ist unsichtbar, egal wie gut sie ist.

Stufe 2: Das Schwergewicht – hier wird entschieden

  • Relevanz und Suchintention: Beantwortet deine Seite die Frage, die jemand tatsächlich hatte, als er gesucht hat? Das ist die zentrale Frage. Wer „Website erstellen lassen Kosten” sucht, will eine Zahl – keine Firmengeschichte.
  • Hilfreiche Inhalte: Inhalte mit eigener Substanz, geschrieben für Menschen. Nicht das, was ohnehin schon zehnmal im Netz steht, nur umformuliert.
  • Erkennbare Kompetenz: Wird deutlich, wer hinter dem Text steht und warum diese Person davon etwas versteht? Google fasst das unter dem Kürzel E-E-A-T zusammen (Erfahrung, Expertise, Autorität, Vertrauenswürdigkeit). Wichtig zur Einordnung: Das ist kein Schalter, den Google umlegt, und kein Wert, der berechnet wird. Es beschreibt, woran Googles Systeme hilfreiche Inhalte erkennen sollen.

Wichtig

Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst: Die Hauptlast trägt der Inhalt. Nicht, weil das schön klingt, sondern weil alles andere erst dann wirkt, wenn inhaltlich etwas da ist, das ranken kann. Eine perfekt optimierte Seite ohne Substanz rankt nicht – eine inhaltlich starke Seite mit technischen Schwächen dagegen oft schon.

Stufe 3: Der Feinschliff – wenn es eng wird

Hier stehen die Core Web Vitals und die übrige Page Experience. Sie entscheiden dort, wo mehrere Seiten inhaltlich gleichauf liegen — und das ist häufiger der Fall, als man denkt. In einem umkämpften Feld sind die ersten fünf Ergebnisse oft alle brauchbar. Dann zählt, welche Seite die bessere Erfahrung liefert.

Unterschätze das nicht, weil es „nur” Stufe 3 ist: Ladezeit wirkt zusätzlich direkt auf deine Anfragen, ganz unabhängig vom Ranking. Mehr dazu: Warum Ladezeit auch für kleine Websites zählt.

Was nachweislich nichts bringt

Mythen, die sich hartnäckig halten

Meta-Keywords: Google wertet sie seit über 15 Jahren nicht mehr aus. Keyword-Dichte: Es gibt keinen Prozentsatz, den du treffen musst – Texte, die auf eine Quote hin geschrieben sind, liest man ihnen an. Masse an Unterseiten: Zwanzig dünne Seiten schlagen keine fünf gute. Prozentangaben zu Rankingfaktoren: siehe oben.

Und was ist mit KI-Suchsystemen?

Die gute Nachricht: Die Stufen gelten sinngemäß auch dort. Systeme wie ChatGPT oder Perplexity müssen deine Seite ebenfalls abrufen können (Fundament), und sie greifen auf Inhalte zurück, die eine Frage klar und nachvollziehbar beantworten (Schwergewicht). Klare Struktur und verständliche Sprache zahlen auf beides ein.

Was dabei anders läuft, steht hier: Warum deine Website auch für KI-Suchsysteme verständlich sein muss · Was bedeutet SEO/GEO-Basis bei einer Website?

Was das für dich heißt

Die ernüchternde und zugleich beruhigende Erkenntnis: Du kannst nicht auf eine Formel hin optimieren, weil es keine gibt. Was du kannst, ist die Reihenfolge einhalten.

Erst das Fundament prüfen – ist die Seite überhaupt auffindbar und am Handy brauchbar? Dann die Inhalte: Beantwortet jede Seite eine echte Frage? Und erst danach der Feinschliff. Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, spart sich die Hälfte der Arbeit, die in Prozentlisten empfohlen wird.

Du weißt nicht, auf welcher Stufe es bei dir hakt?

Das ist die eigentlich nützliche Frage – und sie lässt sich meist schnell einordnen. Erzähl mir im kostenlosen Erstgespräch, was du anbietest und wonach deine Kund:innen suchen würden. Dann kann ich dir sagen, ob bei dir eher das Fundament, der Inhalt oder der Feinschliff das Thema ist – und ob sich der Aufwand für dich überhaupt lohnt.

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Zusammenfassung

  • Prozentzahlen zu Rankingfaktoren sind erfunden – niemand außerhalb von Google kennt die Gewichtung.
  • Auch der berühmte Leak taugt nicht als Beweis: Sein jüngstes Datum ist August 2023.
  • Statt Prozenten hilft eine Einteilung in Fundament, Schwergewicht und Feinschliff.
  • Das Schwergewicht ist der Inhalt: Relevanz, Suchintention, erkennbare Kompetenz.

Autorin

Julia Wirnsberger

Julia entwickelt unter der Marke gocreate professionelle Websites für Dienstleister:innen, Selbstständige und Unternehmen — mit Fokus auf Strategie, klare Struktur, verständliche Texte und moderne Umsetzung. Wichtig ist ihr dabei die individuelle Beratung und Betreuung: Jede:r soll die Lösung bekommen, die wirklich zum eigenen Angebot passt — gerade im Dienstleistungsbereich macht das den Unterschied. Mehr über gocreate erfahren

Julia Wirnsberger von gocreate

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema.

Wie viel Prozent macht ein einzelner Rankingfaktor aus?
Das kann niemand seriös sagen. Google veröffentlicht keine Gewichtungen, und die Bedeutung einzelner Signale ist zudem von der Suchanfrage abhängig. Jede Liste, die exakte Prozentzahlen nennt, ist eine Schätzung – auch wenn sie nicht so aussieht.
Was hat Google offiziell als Rankingfaktor bestätigt?
Unter anderem HTTPS, Mobilfreundlichkeit, die Core Web Vitals als Teil der Page Experience und hilfreiche, für Menschen geschriebene Inhalte. Google beschreibt die Page Experience dabei als eines von vielen Systemen, das mitentscheidet, wenn mehrere Seiten eine Frage ähnlich gut beantworten.
Ist der Google-Leak von 2024 noch aktuell?
Nur eingeschränkt. Das jüngste Datum in den geleakten Unterlagen ist August 2023 – sie waren also schon bei der Veröffentlichung veraltet und sind inzwischen rund drei Jahre alt. Google hat ausdrücklich davor gewarnt, daraus veraltete oder unvollständige Schlüsse zu ziehen. Für das Verständnis der Architektur sind sie interessant, als Handlungsanleitung taugen sie nicht.
Was sollte ich zuerst angehen, wenn ich besser ranken will?
Die Inhalte. Prüfe, ob deine Seiten die Frage wirklich beantworten, die jemand stellt, wenn er auf sie stößt. Technische Optimierung wirkt erst, wenn inhaltlich etwas da ist, das ranken kann – umgekehrt funktioniert es nicht.

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