Website mit KI erstellen lassen: Was sich ändert — und was nicht

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Website mit KI erstellen lassen: Was sich ändert — und was nicht

„Mit KI" klingt nach Knopfdruck. Was der Einsatz von KI bei Websites wirklich bedeutet: was schneller geht, was länger dauert — und was sich gar nicht ändert.

Website-Strategie 7 Minuten Lesezeit
Von Julia Wirnsberger

Auf einen Blick

„Mit KI" kann sehr Unterschiedliches heißen: KI-Baukästen bauen aus einem Prompt eine Vorlagen-Website, KI-Assistenten helfen im CMS bei Texten und Bildern, KI-gestützte Entwicklung erzeugt Code aus einer Beschreibung. Keiner dieser Wege übernimmt die Strategie — und keiner erkennt selbst, ob das Ergebnis gut ist. KI verschiebt die Arbeit vom Tippen zum Spezifizieren und Beurteilen; sie schafft sie nicht ab.

„Mit KI” klingt nach Knopfdruck: Man beschreibt kurz, was man will, und heraus kommt die fertige Website. So weit sind wir nicht — und gleichzeitig hat sich in den letzten zwei Jahren mehr verändert, als viele denken. Nur eben nicht dort, wo man es vermutet.

Dieser Beitrag räumt auf: Was „mit KI” überhaupt heißen kann, was dabei wirklich schneller geht, was sogar länger dauert — und was sich gar nicht ändert.

Was „mit KI” am Markt alles bedeuten kann

Wenn drei Anbieter sagen, sie machen Websites „mit KI”, können damit drei völlig verschiedene Dinge gemeint sein.

1. KI-Baukästen (z. B. Wix, Jimdo, Squarespace)

Du beschreibst dein Business, die KI setzt daraus eine Website aus Vorlagen zusammen. Das ist schnell und günstig und für eine einfache Präsenz oft völlig ausreichend. Die Grenzen: Es bleibt ein Vorlagen-Look, die Tiefe ist begrenzt, und das Ergebnis ist so generisch wie die Beschreibung, die du eingegeben hast.

2. KI-Assistenten im CMS (z. B. Plugins in WordPress)

Hier steht die Website schon, und die KI hilft im Betrieb: Textvorschläge im Editor, Meta-Beschreibungen, Bildgenerierung, SEO-Hinweise. Das nimmt echte Fleißarbeit ab. Was es nicht ändert: die Struktur der Seite, die Positionierung dahinter — und die Plugin-Pflege bleibt genauso bestehen wie vorher.

3. KI-gestützte Entwicklung (z. B. Claude, Codex, Cursor, Lovable, Bolt)

Hier entsteht echter Code aus einer genauen Beschreibung. Das ist der flexibelste Weg — und der, der am meisten vom Menschen verlangt: Das Ergebnis ist immer nur so gut wie die Spezifikation, die man hineingibt, und das Urteil, das man auf das Ergebnis anwendet.

Wichtig

Womit eine Website gebaut wird (Astro, WordPress, Baukasten) und wie sie gebaut wird (mit oder ohne KI-Unterstützung) sind zwei völlig verschiedene Fragen. Sie werden oft in einen Topf geworfen — sind aber unabhängig voneinander zu entscheiden.

Und noch etwas wird selten gesagt: Es ist nie eine KI. Für Texte, für Bilder und für Code kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz — je nachdem, welches die Aufgabe am besten löst. Das Feld entwickelt sich dabei so schnell, dass die Antwort in einem Jahr wieder anders aussehen kann.

Was keiner dieser Wege kann: Strategie

Das ist der Punkt, der bei allen drei Varianten gleich bleibt.

Das wird oft unterschätzt

Kein Baukasten, kein Assistent und kein Code-Modell weiß, was dein Angebot ist, für wen es gedacht ist und was weggelassen gehört. Die KI kennt dein Geschäft nicht — sie kennt nur, was man ihr erzählt. Strategie ist deshalb immer eine eigene, vorgelagerte Arbeit. Sie ist die Basis, auf der KI überhaupt erst brauchbar wird.

Wer diesen Schritt überspringt, bekommt sehr schnell eine Website. Nur eben eine, die nicht sagt, warum jemand ausgerechnet hier anfragen sollte.

Wie ich damit arbeite

Ja, ich nutze KI — und zwar nicht nur für die technische Umsetzung, sondern auch als Denk- und Entwurfswerkzeug für Strategie- und Positionierungstexte. Das gehört zur Transparenz dazu.

Der Unterschied liegt woanders:

Ich weiß, welcher Weg zu wem passt. Je nach Projekt arbeite ich mit KI-Assistenten im CMS oder mit KI-gestützter Entwicklung. Die eigentliche Frage ist nicht „welches Tool ist das beste?”, sondern „was braucht dieser Betrieb wirklich?” — und diese Frage beantwortet kein Tool.

Ich erkenne, was brauchbar ist. KI liefert mal Brillantes und mal völlig Unbrauchbares — und sie sagt dir nicht, was davon was ist. Genau wie bei Texten und beim Design ist die entscheidende Fähigkeit, den Unterschied zu sehen: Was passt, was trägt, was kann weg.

Ich kann mehr in-house erledigen. Dinge, für die ich früher Partner gebraucht hätte, mache ich heute selbst. Das bedeutet kürzere Abstimmungswege, weniger Reibungsverlust — und es ist günstiger, als eine Kette von Zulieferern zu koordinieren.

Wichtig

KI trifft gute Ergebnisse im Moment eher zufällig. Für einen schnellen Entwurf reicht das. Für eine professionelle Unternehmenswebsite, die über Jahre Anfragen bringen soll, ist Zufall zu wenig.

Der ehrliche Teil: schneller und langsamer zugleich

Hier wird es unbequem, aber ehrlich:

Was schneller geht: Varianten durchprobieren, Entwürfe erzeugen, Umsetzungsarbeit, die früher stumpfe Handarbeit war. Das Try-and-Error, das ich früher selbst gemacht habe, läuft heute zu einem guten Teil über die KI.

Was länger dauert: Alles, was ich der KI erst genau erklären muss. Manches hätte ich händisch in fünf Minuten erledigt — die Beschreibung dauert länger als das Tun. Und auch KI braucht Verarbeitungszeit. Das Try-and-Error ist also nicht weg, es läuft nur woanders.

Beispiel aus der Praxis

Für eine Bildwelt zehn Varianten durchzuspielen, ist mit KI eine Sache von Minuten statt Stunden. Eine einzelne, klar umrissene Anpassung dagegen — bei der ich genau weiß, wie sie aussehen soll — mache ich oft schneller selbst, als ich sie beschreiben könnte.

Unterm Strich ist die Website-Erstellung mit KI günstiger geworden — vor allem bei der Umsetzung, die früher viel Zeit gefressen hat. Die Arbeit verschwindet dabei nicht, sie verschiebt sich: weg vom reinen Abarbeiten, hin zum Spezifizieren, Beurteilen und Entscheiden.

Was das für dich als Auftraggeber:in bedeutet

Der Preisvorteil kommt bei dir an — aber anders, als viele erwarten.

Günstiger geworden ist die Umsetzung, und zwar spürbar: die technische SEO-Umsetzung, die Design-Entwicklung, das Optimieren im Detail. Das war früher echte Zeitarbeit. Vieles davon geht heute deutlich effizienter.

Nicht günstiger wird das Davor. SEO braucht weiterhin eine Strategie. Was auf die Seite gehört und was nicht, entscheidet weiterhin ein Mensch.

Wichtig

Gleichzeitig sind die Anforderungen gestiegen. Mit KI lassen sich Websites bauen, die vor ein paar Jahren schlicht unbezahlbar waren: individuelle Funktionen, interaktive Elemente, durchdachte Details. Was früher fünfstellig gekostet hätte, ist heute auch für Gründer:innen erreichbar.

Das Ergebnis ist ein Balanceakt: Eine 0815-Website kostet heute weniger als früher. Aber der Maßstab ist mitgewachsen — es braucht inzwischen mehr, damit eine Website auffällt und wirklich funktioniert. Du bekommst also nicht dasselbe für weniger. Du bekommst für dasselbe Geld deutlich mehr.

Ein guter Prüfstein: Frag ruhig nach, wo und wie jemand KI einsetzt. Eine klare, unaufgeregte Antwort ist ein gutes Zeichen. „Machen wir alles mit KI, geht ganz schnell” ist keine.

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Zusammenfassung

  • „Mit KI" ist kein einheitlicher Weg: Baukasten, CMS-Assistent und KI-gestützte Entwicklung sind drei sehr verschiedene Dinge.
  • Keiner dieser Wege macht Strategie — die bleibt immer eine eigene, vorgelagerte Arbeit.
  • KI liefert mal Brillantes, mal Unbrauchbares — und sagt dir nicht, was davon was ist.
  • Die Umsetzung ist günstiger geworden — gleichzeitig sind die Anforderungen gestiegen: Du bekommst für dasselbe Geld mehr, nicht dasselbe für weniger.

Autorin

Julia Wirnsberger

Julia entwickelt unter der Marke gocreate professionelle Websites für Dienstleister:innen, Selbstständige und Unternehmen — mit Fokus auf Strategie, klare Struktur, verständliche Texte und moderne Umsetzung. Wichtig ist ihr dabei die individuelle Beratung und Betreuung: Jede:r soll die Lösung bekommen, die wirklich zum eigenen Angebot passt — gerade im Dienstleistungsbereich macht das den Unterschied. Mehr über gocreate erfahren

Julia Wirnsberger von gocreate

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema.

Was heißt „Website mit KI erstellen" überhaupt?
Das kann drei sehr verschiedene Dinge bedeuten: einen KI-Baukasten, der aus einem Prompt eine Website aus Vorlagen zusammensetzt; KI-Assistenten in einem CMS wie WordPress, die bei Texten, Bildern oder SEO helfen; oder KI-gestützte Entwicklung, bei der Code aus einer genauen Beschreibung entsteht. Welcher Weg passt, hängt vom Projekt ab — nicht vom Trend.
Ist eine KI-erstellte Website qualitativ schlechter?
Die Qualität hängt nicht davon ab, ob KI beteiligt war, sondern ob Strategie, Inhalte und Design stimmen — und ob jemand beurteilen kann, welches KI-Ergebnis brauchbar ist und welches nicht. KI trifft gute Ergebnisse derzeit eher zufällig. Für eine professionelle Unternehmenswebsite ist Zufall zu wenig.
Wird eine Website durch KI billiger?
In Summe ja — weil manche Arbeit schneller geht und weil ich Dinge in-house erledigen kann, für die ich früher Partner gebraucht hätte. Das heißt aber nicht, dass die Arbeit verschwindet: Sie verlagert sich vom Umsetzen zum Spezifizieren, Beurteilen und Entscheiden.
Geht mit KI alles schneller?
Nein. Varianten durchprobieren und Entwürfe erzeugen geht deutlich schneller. Aber alles, was ich der KI erst genau erklären muss, kann länger dauern als es händisch zu tun — und auch KI braucht Verarbeitungszeit. Es gibt Pro und Contra, je nach Aufgabe.
Macht KI auch die Strategie?
Nein. Kein KI-Baukasten und kein Assistent weiß, was dein Angebot ist, für wen es gedacht ist und was weggelassen gehört. Diese Arbeit ist immer vorgelagert — sie ist die Basis, auf der die KI überhaupt erst brauchbar wird.

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